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Warum Zürich zum Hotspot für KI- und Robotik-Labs wurde

1. November 2026 · 14 Min. Lesezeit · Datenstand 1. November 2026

Am 1. November 2026 listete SwissAIJob 530 offene KI- und Machine-Learning-Stellen in der ganzen Schweiz. 374 davon waren in Zürich. Keine andere Schweizer Stadt kommt auch nur in die Nähe: Genf hatte 45, Lausanne 37, Basel 29 und Bern 21.

Dieser Beitrag zeigt, was unsere Stellen verraten, wie der Cluster entstanden ist, warum weiterhin Labs kommen und wo Zürich an Grenzen stösst.

Kurz gesagt

  • Am 1. November 2026 waren 374 der 530 aktiven KI- und ML-Stellen auf SwissAIJob in Zürich (71%), zehnmal so viele wie in Lausanne (37) und achtmal so viele wie in Genf (45).
  • Am stärksten ist die Konzentration in der Forschung: Zürich hat 73% der Forschungsstellen und 86% der Inserate für Robotik, Drohnen und Autonomie in unseren Daten.
  • Der grösste Block der Zürcher Stellen stammt von Big Tech und globalen KI-Labs (134 bei 19 Arbeitgebern, angeführt von Google, NVIDIA, Apple, IBM Research und Huawei). 14 Robotik- und Drohnenfirmen kommen mit 51 weiteren dazu.
  • Der Cluster wuchs in Schichten: ETH Zürich (1855), das Forschungslabor von IBM (1956), Google (2004), Robotik-Labs und ihre Spin-offs (2010er-Jahre), dann OpenAI, Anthropic, Microsoft AI und das RAI Institute (2024–2025).
  • Der wichtigste Magnet sind die Talente. An der ETH schliessen jedes Jahr rund 4’000 Master-Studierende und Doktorierende ab, und OpenAI baute sein Zürcher Büro 2024 um drei Forscher herum auf, die bereits in der Stadt lebten.
  • Die Schattenseiten sind die Wohnungsnot (im Juni 2026 standen 0.11% der Wohnungen in der Stadt leer), die Kontingente für Fachkräfte von ausserhalb der EU/EFTA und ein kleiner Risikokapitalmarkt.

Zürichs Gewicht bei den KI-Stellen der Schweiz

Aktive KI- und ML-Stellen pro Schweizer Stadt Karte der Schweiz mit einem roten Kreis auf jeder Stadt, die am 1. November 2026 aktive KI- und ML-Stellen auf SwissAIJob hat; die Kreisfläche ist proportional zur Zahl der Stellen. Zürich dominiert mit 374 Stellen; die nächsten Städte sind weit kleiner (Zürich 374, Genf 45, Lausanne 37, Basel 29, Bern 21, St. Gallen 9, Davos 6, Lugano 6). Stellen in mehreren Städten zählen in jeder; kleine Orte neben Zürich und Lausanne liegen unter den Kreisen dieser Städte. Zürich 374 Genf 45 Lausanne 37 Basel 29 Bern 21 St. Gallen 9 Lugano 6 Davos 6 10 100 Stellen pro Stadt Karte: ©swisstopo
Aktive KI- und ML-Stellen pro Stadt am 1. November 2026, aus 530 aktiven Stellen. Eine Stelle in mehreren Städten zählt in jeder. Quelle: Daten von SwissAIJob; Grundkarte ©swisstopo.

Die 374 Zürcher Stellen sind 71% des Schweizer Totals. 343 davon sind nur in Zürich; die anderen 31 nennen zusätzlich eine weitere Stadt, etwa Genf, Bern, Basel oder Davos. Der Rest des Kantons (Schlieren, Wallisellen, Dübendorf, Winterthur und weitere Orte) bringt weitere 11 dazu, zusammen 385 oder 73%. Du findest sie auf unserer Seite mit KI-Jobs in Zürich.

Die nächstgrösseren Städte sehen aus der Nähe anders aus. Die 45 Stellen in Genf betreffen vor allem Private Banking und Beratung (Lombard Odier allein hat 15). In Lausanne führt die EPFL mit 12 der 37 Stellen, gefolgt von KI-Start-ups wie Giotto AI und Harmattan AI (je 6). Die 374 Zürcher Stellen stammen von 90 verschiedenen Arbeitgebern, das sind zwei Drittel der 134 Arbeitgeber mit aktiven KI-Stellen in der ganzen Schweiz.

Die Zürcher Stellen sind auch häufiger Senior-Stellen. 54% davon sind Senior-, Lead- oder Principal-Stellen, gegenüber 36% im Rest des Landes. Ein Vorbehalt für die Hochschulstädte: Viele Doktorats- und Postdoc-Stellen werden nur auf den Seiten einzelner Labs ausgeschrieben, die wir nicht alle erfassen; akademische Stellen sind deshalb überall untererfasst.

Zürichs Anteil an den Schweizer KI- und ML-Stellen Horizontale Balken mit dem Anteil der aktiven Stellen auf SwissAIJob, die in Zürich sind, am 1. November 2026. Inserate für Robotik, Drohnen und Autonomie: 86% (72 von 84). Forschungsstellen: 73% (76 von 104). Alle aktiven KI- und ML-Stellen: 71% (374 von 530). Arbeitgeber mit aktiven Stellen: 67% (90 von 134). Jeder Wert liegt über der Hälfte. Stellen in Robotik, Drohnen, Autonomie 86% 72 von 84 Forschungsstellen (Labs, F&E in Firmen) 73% 76 von 104 Alle aktiven KI- und ML-Stellen 71% 374 von 530 Arbeitgeber mit aktiven KI- und ML-Stellen 67% 90 von 134 0% 50% 100%
Anteil der aktiven Schweizer Stellen in Zürich, auf vier Arten gemessen, am 1. November 2026 (530 aktive Stellen bei 134 Arbeitgebern). Quelle: Daten von SwissAIJob.

Forschungslabs

76 der aktiven Zürcher Stellen sind Forschungsstellen: Research Scientists, Research Engineers und Forschungspraktika an Forschungsinstituten und in Firmenlabs. Das sind 73% aller Forschungsstellen, die wir in der Schweiz führen. Sie stammen von 25 Arbeitgebern. Die grössten sind das Zürcher Forschungszentrum von Huawei (13), IBM Research in Rüschlikon (12), Apple (10), Meta (6), Google (4) und das Robotics and AI Institute (4). Google DeepMind, NVIDIA, OpenAI, Anthropic, Mistral AI, Disney Research und kleinere Labs wie Mindfire und Tufa Labs haben je eine bis drei. Die ETH Zürich und die Universität Zürich kommen mit 21 akademischen Stellen dazu (Doktorat, Postdoc und wissenschaftliche Mitarbeit), die wir separat zählen. Alle stehen auf der Seite mit Forschungsjobs in Zürich.

Robotik

In der Robotik sticht Zürich am stärksten hervor. Wir zählen ein Inserat zur Robotik, wenn Titel oder Stichwörter Roboter, Drohnen, Autonomie, Manipulation, SLAM oder Robot Learning nennen oder wenn der Arbeitgeber Roboter oder Drohnen baut. So gemessen sind 84 aktive Stellen in der Robotik, 72 davon in Zürich (86%), bei 20 Arbeitgebern. Die grössten sind Mimic Robotics (8), Enact Intelligence (7), Skydio (7), Flexion Robotics (6), Hexagon Robotics (5), das RAI Institute (4), ANYbotics (4) und die Robotik-Labs der ETH (zusammen 7). Auch NVIDIA, Amazon und Meta schreiben in Zürich Forschungsstellen in der Robotik aus. Ausserhalb von Zürich fanden wir nur 12, sechs davon bei einer einzigen Firma in Lausanne. Jede fünfte Zürcher KI-Stelle ist in der Robotik, anderswo jede dreizehnte. Stellen im Robot Learning laufen oft unter den Stichwörtern Reinforcement Learning oder Computer Vision.

Wer einstellt

Wer in Zürich für KI und ML einstellt Horizontale Balken der aktiven KI- und ML-Stellen in Zürich am 1. November 2026 nach Art des Arbeitgebers, sortiert von den meisten zu den wenigsten Stellen. Big Tech und globale KI-Labs: 134 Stellen bei 19 Arbeitgebern; Beratung und IT-Dienstleister: 82 Stellen bei 19 Arbeitgebern; andere KI-Start-ups und Scale-ups: 60 Stellen bei 25 Arbeitgebern; Robotik- und Drohnenfirmen: 51 Stellen bei 14 Arbeitgebern; Hochschulen und ihre Labs: 21 Stellen bei 2 Arbeitgebern; Banken, Versicherungen und andere Firmen: 18 Stellen bei 8 Arbeitgebern; Forschungsinstitute: 8 Stellen bei 3 Arbeitgebern. Big Tech und globale KI-Labs 134 Stellen, 19 Arbeitgeber Beratung und IT-Dienstleister 82 Stellen, 19 Arbeitgeber Andere KI-Start-ups und Scale-ups 60 Stellen, 25 Arbeitgeber Robotik- und Drohnenfirmen 51 Stellen, 14 Arbeitgeber Hochschulen und ihre Labs 21 Stellen, 2 Arbeitgeber Banken, Versicherungen und andere Firmen 18 Stellen, 8 Arbeitgeber Forschungsinstitute 8 Stellen, 3 Arbeitgeber
Aktive KI- und ML-Stellen in Zürich nach Art des Arbeitgebers am 1. November 2026, aus 374 Zürcher Stellen. Die Arbeitgebertypen sind unsere eigene Gruppierung. Quelle: Daten von SwissAIJob.

Von Big Tech und globalen KI-Labs stammen 134 der 374 Zürcher Stellen. An der Spitze stehen Google (20), NVIDIA (18), Apple (16), IBM Research (14), Huawei (14), Nebius (10) und Amazon (8). Beratungs- und IT-Firmen folgen mit 82, dann 60 Stellen bei 25 kleineren KI-Firmen, mehrere davon von Forschenden oder Absolventinnen und Absolventen der ETH gegründet. Insgesamt sind 45 der 90 Arbeitgeber, die in Zürich einstellen, Firmen, deren Kerngeschäft KI ist (wir markieren sie als KI-nativ). Die Statistikseite zeigt diese Zahlen tagesaktuell.

Ein stabiler Anteil seit dem Frühling

Von SwissAIJob erstmals erfasste KI- und ML-Inserate pro Monat, Mai bis Oktober 2026 Gestapelte Säulen der Inserate nach Monat der ersten Erfassung, aufgeteilt in Zürich und die übrige Schweiz, mit dem Zürcher Anteil über jeder Säule. Mai 2026: 255 Inserate, 188 in Zürich (74%); Juni 2026: 214 Inserate, 123 in Zürich (57%); Juli 2026: 234 Inserate, 173 in Zürich (74%); August 2026: 215 Inserate, 152 in Zürich (71%); September 2026: 251 Inserate, 161 in Zürich (64%); Oktober 2026: 380 Inserate, 254 in Zürich (67%). Die Zahlen steigen zum Teil, weil neue Arbeitgeber dazukamen; der Anteil bleibt zwischen etwa drei Fünfteln und drei Vierteln. In Zürich Übrige Schweiz 0 100 200 300 400 74% Mai 57% Juni 74% Juli 71% Aug. 64% Sept. 67% Okt. Zahl über jeder Säule: Anteil in Zürich
KI- und ML-Inserate nach Monat der ersten Erfassung durch SwissAIJob, Mai–Oktober 2026 (1’549 Inserate, die online gingen). Die Summen steigen zum Teil, weil wir in diesem Zeitraum Arbeitgeber hinzugefügt haben. Quelle: Daten von SwissAIJob.

Unsere Erfassung begann im April 2026 und wuchs von rund 80 auf mehr als 200 Arbeitgeber; die Monatszahlen spiegeln deshalb vor allem, was wir erfassen, nicht das Marktwachstum. Aussagekräftiger ist der Anteil. Von Mai bis Oktober waren 1’051 von 1’549 neuen Inseraten (68%) in Zürich, in keinem Monat weniger als 57%. In der Robotik lag der Anteil bei 83% (128 von 155). Daten aus fünf Monaten zeigen keinen langfristigen Trend, aber sie zeigen, dass die Konzentration keine Momentaufnahme eines einzelnen Tages ist.

Wie der Cluster entstand

Wie Zürich zum KI- und Robotik-Zentrum wurde: wichtige Daten Vertikale Zeitleiste. 1855: Die ETH Zürich wird als Eidgenössisches Polytechnikum eröffnet. 1956: IBM eröffnet bei Zürich sein erstes europäisches Forschungslabor. 1986–87: Zwei Physik-Nobelpreise für vier Forscher von IBM Zürich. 2004: Google eröffnet ein Engineering-Büro in Zürich. 2008: Disney und die ETH kündigen Disney Research Zürich an. 2010: NCCR Robotics startet (bis 2022), ab 2014 mit der ETH als Heiminstitution. 2012: Die Robotics and Perception Group der UZH wird gegründet. 2015: Wyss Zurich (UZH und ETH) wird eröffnet, für Robotik und regenerative Medizin. 2016: ANYbotics entsteht als ETH-Spin-off; Oculus übernimmt Zurich Eye aus einem UZH-Lab. 2019: Microsoft eröffnet mit der ETH sein Mixed Reality & AI Zurich Lab. 2020: Gründung des ETH AI Center. 2023: ETH und EPFL starten die Swiss AI Initiative. 2024: Der Supercomputer Alps am CSCS in Lugano wird eingeweiht. 2024: OpenAI eröffnet ein Zürcher Büro. 2025: Anthropic und Microsoft AI starten Teams in Zürich. 2025: ETH, EPFL und CSCS veröffentlichen das offene Sprachmodell Apertus. 2025: Das RAI Institute eröffnet sein Zürcher Zentrum. 2026: Das von Bezos gegründete Project Prometheus stellt in Zürich ein. Hochschulen und Forschung Firmen und Labs 1855 Die ETH Zürich wird als Eidgenössisches Polytechnikum eröffnet 1956 IBM eröffnet bei Zürich sein erstes europäisches Forschungslabor 1986–87 Zwei Physik-Nobelpreise für vier Forscher von IBM Zürich 2004 Google eröffnet ein Engineering-Büro in Zürich 2008 Disney und die ETH kündigen Disney Research Zürich an 2010 NCCR Robotics startet (bis 2022), ab 2014 mit der ETH als Heiminstitution 2012 Die Robotics and Perception Group der UZH wird gegründet 2015 Wyss Zurich (UZH und ETH) wird eröffnet, für Robotik und regenerative Medizin 2016 ANYbotics entsteht als ETH-Spin-off; Oculus übernimmt Zurich Eye (UZH-Lab) 2019 Microsoft eröffnet sein Mixed Reality & AI Zurich Lab mit der ETH 2020 Gründung des ETH AI Center 2023 ETH und EPFL starten die Swiss AI Initiative 2024 Supercomputer Alps am CSCS in Lugano eingeweiht OpenAI eröffnet ein Zürcher Büro 2025 Anthropic und Microsoft AI starten Teams in Zürich ETH, EPFL und CSCS veröffentlichen das offene Sprachmodell Apertus RAI Institute eröffnet Zürcher Zentrum 2026 Bezos’ Project Prometheus stellt in Zürich ein
Ausgewählte Meilensteine für KI und Robotik in Zürich, 1855–2026. Quellen: siehe Quellenverzeichnis unten.

Zuerst eine Hochschule

Die ETH Zürich wurde 1855 als eidgenössisches «Polytechnikum» eröffnet (ETH Zürich). Im jüngsten QS World University Ranking (Juni 2026) liegt sie auf Platz 8, das zwölfte Jahr in Folge unter den ersten zehn (S-GE, 2026), und im Ranking von Times Higher Education für 2027 auf Platz 12, weiterhin die beste Hochschule Kontinentaleuropas (SRF, 2026). Laut ETH schliessen jedes Jahr rund 4’000 Master-Studierende und Doktorierende ab, und mehr als zwei Drittel ihrer ausländischen Absolventinnen und Absolventen bleiben für den Berufseinstieg in der Schweiz (ETH Zürich, 2026).

Das Hauptgebäude der ETH Zürich, über die Polyterrasse hinweg an einem bewölkten Tag gesehen.
Das Hauptgebäude der ETH Zürich und die Polyterrasse. Foto: Leonhard Lenz, CC0, via Wikimedia Commons.

IBM, das erste Firmenlabor

IBM gründete 1956 bei Zürich sein erstes europäisches Forschungslabor (IBM Research) und ist seit 1962 in Rüschlikon (swissinfo, 2006). Zwei Physik-Nobelpreise folgten: 1986 teilten sich Gerd Binnig und Heinrich Rohrer die Hälfte des Preises für das Rastertunnelmikroskop, und 1987 erhielten Georg Bednorz und Alex Müller den Preis für Supraleitung in keramischen Materialien. Alle vier arbeiteten bei der Preisvergabe am IBM Zurich Research Laboratory (Nobel Prize, 1986; Nobel Prize, 1987). Das Labor wurde dieses Jahr 70 und schreibt weiterhin KI-Forschungsstellen aus; auf unserem Portal hat es 14 aktive Stellen.

Google und die Leute, die es mitbrachte

Google kündigte 2004 ein Engineering-Büro in Zürich an. Die eigene Begründung drehte sich um Menschen: Zürich «zieht Italiener, Franzosen, Schweizer, Deutsche und andere Europäer an» und ist von den meisten Orten des Kontinents aus gut erreichbar, und «talentierte Ingenieure leben in jeder Zeitzone, nicht nur im Silicon Valley» (Google, 2004). Angestossen hatte den Schritt Urs Hölzle, Googles Vice President of Engineering und ETH-Absolvent. 2008 hatte das Büro mehr als 400 Mitarbeitende und war Googles grösster Engineering-Standort ausserhalb der USA (swissinfo, 2008). 2016 richtete Google in Zürich eine eigene Forschungsgruppe für Machine Learning ein (Fortune, 2016). Zum 20-Jahr-Jubiläum 2024 beschäftigte Google rund 5’000 Personen in der Schweiz, nachdem es im Jahr davor rund 500 Stellen abgebaut hatte (SRF, 2024).

Ein grosses Lab bildet auch künftige Gründerinnen und Gründer aus, und künftige Mitarbeitende der Konkurrenz. DeepJudge, eine KI-Firma für den Rechtsbereich mit fünf aktiven Stellen auf unserem Portal, wurde von ehemaligen Google-Forschern mit KI-Doktorat der ETH gegründet (DeepJudge).

Robotik-Labs und ihre Spin-offs

Zürichs Stärke in der Robotik kommt von Hochschullabs, die aus Forschung Firmen machten. Raffaello D'Andrea, Mitgründer von Kiva Systems (später Amazon Robotics), kam 2008 an die ETH und gründete 2014 die Lagerdrohnen-Firma Verity mit (ICRA, 2025). Die Robotics and Perception Group der Universität Zürich unter der Leitung von Davide Scaramuzza wurde im Februar 2012 gegründet (UZH RPG); drei ihrer ehemaligen Mitglieder gründeten 2015 Zurich Eye, das 2016 als Oculus VR Zurich Teil von Facebook wurde (UZH, 2016).

ANYbotics, Herstellerin des vierbeinigen ANYmal, ging 2016 als Spin-off aus der ETH hervor (Greater Zurich Area, 2020). Sevensense, 2018 als ETH-Spin-off gegründet, wurde im Januar 2024 von ABB übernommen (Walder Wyss, 2024). Der Hersteller von Vermessungsdrohnen Wingtra begann als Projekt am Autonomous Systems Lab der ETH (Wingtra). Die Drohnensoftware-Firma Auterion nahm 2025 CHF 103 Millionen auf, die grösste Finanzierungsrunde eines ETH-Unternehmens in jenem Jahr (ETH Zürich, 2026). Scandit, 2009 von Forschern des MIT, der ETH Zürich und von IBM Research gegründet, ist ein Zürcher Beispiel ausserhalb der Robotik (Scandit).

Öffentliche Programme halfen mit. Der Nationale Forschungsschwerpunkt NCCR Robotics lief von 2010 bis 2022, geleitet von der EPFL und ab 2014 mit der ETH Zürich als zweiter Heiminstitution, finanziert mit CHF 39.8 Millionen vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Wyss Zurich, von UZH und ETH mit einer Schenkung von USD 120 Millionen von Hansjörg Wyss aufgebaut, wurde im Dezember 2015 eröffnet, um Robotik und regenerative Medizin vom Labor in Richtung Produkt zu bringen (UZH, 2015).

Ein vierbeiniger ANYmal-Roboter steht im Sonnenlicht auf einem gepflasterten Untergrund.
ANYmal, der Laufroboter des ETH-Spin-offs ANYbotics, bei Feldtests 2019. Foto: Auledas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Die Welle der KI-Labs, 2019–2026

Die nächste Schicht kam von grossen Firmen, die KI-Forschungsteams aufbauten. Disney hatte schon 2008 mit der ETH Disney Research Zürich gegründet, sein erstes Forschungslabor ausserhalb der USA (swissinfo, 2008). Microsoft eröffnete im Oktober 2019 mit ETH-Professor Marc Pollefeys sein Mixed Reality & AI Zurich Lab (Microsoft, 2019). Huawei betreibt seit 2018 ein Forschungszentrum in Zürich und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 100 Forschende (Huawei). Sony AI, 2019 mit Standorten in Japan, Europa und den USA angekündigt, hat ein Zürcher Büro in Schlieren, direkt neben der Stadt (Sony, 2019; Sony AI). Die ETH gründete 2020 ihr AI Center (ETH AI Center).

Dann kamen die Frontier-Labs. 2024 berichtete die Financial Times, Apple habe KI-Forscher von Google für ein Labor in Zürich abgeworben (Wired, 2024). Im Dezember 2024 stellte OpenAI drei Forscher von Google DeepMind ein, Lucas Beyer, Alexander Kolesnikov und Xiaohua Zhai, um ein Zürcher Büro zu eröffnen; alle drei lebten bereits in Zürich (gleiche Quelle). Im Juni 2025 warb Meta dieselben drei vom Zürcher Büro von OpenAI ab (Reuters via The Star, 2025). Anthropic ernannte im Februar 2025 Neil Houlsby, einen weiteren Forscher von Google DeepMind, zum Leiter seines neuen Zürcher Büros, des dritten in Europa nach London und Dublin (Greater Zurich Area, 2025). Im selben Monat startete Microsoft AI ein Zürcher Labor mit drei ehemaligen Google-Forschern (Netzwoche, 2025). Mistral AI kündigte im Dezember 2025 Teams in Zürich und Lausanne an (Netzwoche, 2025), und Jeff Bezos' Project Prometheus begann im Februar 2026, in Zürich Personal zu rekrutieren (swissinfo, 2026).

Die Robotik folgte demselben Muster. Das Robotics and AI Institute (RAI), ein US-Forschungsinstitut mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, gewann im Dezember 2023 ETH-Robotikprofessor Marco Hutter als Leiter eines Zürcher Standorts (RAI Institute, 2023) und eröffnete im September 2025 sein Zürcher Zentrum, das zweite nach Boston. Der Jahresbericht der ETH sagt es deutlich: Hutter holte das Institut in die Schweiz, weil «Zürich mit der ETH ein Top-Standort ist, ähnlich wie Boston mit dem MIT» (ETH Zürich, 2026).

Die öffentliche Seite hielt Schritt. ETH und EPFL starteten im Dezember 2023 die Swiss AI Initiative mit mehr als 10 Millionen GPU-Stunden (EPFL AI Center). Der Supercomputer Alps am CSCS in Lugano mit 10’752 NVIDIA Grace Hopper Superchips wurde im September 2024 eingeweiht (ETH Zürich, 2024). Darauf trainierten EPFL, ETH und CSCS Apertus, ein vollständig offenes Sprachmodell in den Grössen 8 und 70 Milliarden Parameter, veröffentlicht im September 2025 nach einem Training mit 15 Billionen Tokens in mehr als 1’000 Sprachen (EPFL AI Center, 2025).

Warum Labs Zürich wählen

Talente auf engem Raum

Ökonomen argumentieren seit Langem, dass sich Innovation ballt, weil Wissen schlecht reist. Michael Porter beschrieb Cluster als Quelle eines Vorsprungs, der auf «lokalen Dingen» beruht, auf Wissen und Beziehungen, mit denen entfernte Konkurrenten nicht mithalten können (Porter, 1998). Jaffe, Trajtenberg und Henderson zeigten, dass Patente häufiger von Erfindern im selben Ballungsraum zitiert werden, als es die bestehende Verteilung der Forschung erwarten liesse (Jaffe et al., 1993). Moretti verfolgte fast 110’000 Erfinderinnen und Erfinder in den USA und stellte fest, dass sie mehr und bessere Patente hervorbringen, nachdem sie in eine Stadt mit einem grossen Cluster von Erfindern ihres Fachgebiets gezogen sind (Moretti, 2021).

Ein Befund aus der Biotechnologie passt gut zu Zürich: Neue Firmen entstehen dort, wo Spitzenforschende schon sind. Zucker, Darby und Brewer zeigten, dass Zeitpunkt und Ort neuer US-Biotechfirmen vor allem durch die lokale Zahl hochproduktiver «Star»-Wissenschaftler erklärt wurden (Zucker et al., 1998). Die Eröffnungen von 2024 und 2025 folgen genau diesem Muster. OpenAI baute sein Zürcher Büro um drei Forscher herum auf, die bereits in der Stadt lebten, und Anthropic und Microsoft AI starteten ihre Büros mit Leuten von Google DeepMind. Der Anker ist die ETH: Wenn Leute in Zürich ausgebildet werden und bleiben, kommen die Labs zu ihnen.

Spin-offs bleiben

Die ETH zählt 530 seit 1973 gegründete Spin-offs, die noch aktiv sind, 519 davon in der Schweiz, und 93% ihrer Spin-offs sind fünf Jahre nach der Gründung noch am Markt (ETH Zürich, 2025). 2025 anerkannte sie 46 neue Unternehmen, mit Technologie und Software inklusive KI als grösstem Sektor (26%), und an der ETH gegründete Firmen nahmen CHF 540 Millionen auf (ETH Zürich, 2026). Saxenians Vergleich von Silicon Valley und der Route 128 bei Boston kam zum Schluss, dass das dezentrale, aber kooperative Firmengeflecht des Silicon Valley besser abschnitt als eine Region, die von autarken Grosskonzernen dominiert war (Saxenian, 1994). Zürich mit seinen Hochschullabs, Spin-offs und Konzernteams, zwischen denen Forschende wechseln, gleicht eher dem Silicon Valley.

Innovation, Geld und Rechenleistung

Die Schweiz belegte 2026 zum 16. Mal in Folge Platz eins im Global Innovation Index der WIPO (WIPO, 2026). Für KI zählt besonders gemeinsam genutzte öffentliche Rechenleistung: Die Swiss AI Initiative trainierte auf Alps ein nationales offenes Modell. Auch bei der Lebensqualität liegt Zürich weit vorne: auf Platz fünf im Global Liveability Index 2026 der EIU (Time Out, 2026). Hoch sind auch die Löhne; unser Beitrag zu KI-Löhnen in der Schweiz liefert die Zahlen nach Rolle und Stadt.

Wo Zürich an Grenzen stösst

Lebenskosten und Wohnen. In der Lebenskosten-Erhebung der EIU von 2023 teilten sich Zürich und Singapur den ersten Platz als teuerste Städte der Welt (EIU, 2023). Schwieriger ist die Wohnungssuche: Am 1. Juni 2026 standen in der Stadt Zürich 0.11% der Wohnungen leer, im Kanton 0.52% (Kanton Zürich, 2026).

Bewilligungen. Fachkräfte von ausserhalb der EU/EFTA fallen unter ein nationales Kontingent. Für 2026 beliess es der Bundesrat bei 8’500 Bewilligungen (4’500 B- und 4’000 L-Bewilligungen) für die ganze Schweiz (EJPD, 2025). Unser Beitrag zu KI-Jobs in der Schweiz für Ausländerinnen und Ausländer zeigt, was das in der Praxis heisst.

Steuern. Zürich gehört für Unternehmen zu den teuersten Kantonen der Schweiz. Der Swiss Tax Report 2025 von KPMG beziffert die Gewinnsteuerbelastung auf 19.61%, gegenüber 11.85% im benachbarten Zug; nur Bern liegt höher (finews, 2025).

Ein kleiner Risikokapitalmarkt. Schweizer Start-ups nahmen 2025 in 354 Finanzierungsrunden CHF 2.9 Milliarden auf, mit Zürich als führendem Kanton (SECA und startupticker.ch, 2026). Zum Vergleich: Das Pariser Unternehmen Mistral AI nahm im September 2025 in einer einzigen Runde EUR 1.7 Milliarden auf (Mistral AI, 2025).

Wettbewerb um dieselben Leute. Die Labs, die nach Zürich kamen, konkurrieren um denselben kleinen Pool erfahrener Forschender, und für die meisten ist Zürich ein Standort unter mehreren: Anthropic und OpenAI eröffneten beide zuerst in London. Das Zürcher Gründungsteam von OpenAI wechselte nach rund sieben Monaten zu Meta, und Google baute 2023 rund 500 Stellen in der Schweiz ab. Die Übersichtsarbeit von Kerr und Robert-Nicoud zu Tech-Clustern behandelt auch die Belastungen und den Gegenwind, mit denen erfolgreiche Cluster konfrontiert sind (Kerr und Robert-Nicoud, 2020).

Was das für Stellensuchende heisst

Für KI-Forschung und Robotik in der Schweiz liegen die meisten offenen Stellen in Zürich: Beginne mit KI-Jobs in Zürich und Forschungsjobs in Zürich. Lausanne ist rund um die EPFL das zweite akademische Zentrum, und die KI-Stellen in Genf sind eher auf die Finanzbranche ausgerichtet. Doktorats- und Postdoc-Stellen findest du unter /de/jobs/phd, und CV Match ordnet jede aktive Stelle danach, wie gut sie zu deinem Lebenslauf passt. Ein kostenloser wöchentlicher Job-Alert schickt dir jeden Montag neue Stellen, und die Veranstaltungsseite listet Meetups und Hackathons, an denen Zürcher Labs Leute rekrutieren.

Über die Daten

Unsere Zahlen stammen aus einer Momentaufnahme der SwissAIJob-Datenbank vom 1. November 2026, 10:35 UTC. «Aktiv» heisst: die 530 Stellen, die an diesem Tag online waren, bei 134 Arbeitgebern (Stellen einzelner Labs, etwa des Robotic Systems Lab der ETH, zählen unter ihrer Hochschule). Die Städte folgen unseren Städteseiten: «Zürich» ist die Stadt selbst, und eine Stelle in mehreren Städten zählt in jeder. Forschungsstellen sind die Stellen mit der Rolle «Forschung» (Forschungsinstitute sowie Forschung und Entwicklung in Firmen); Hochschulstellen haben eine eigene Rolle, «Hochschule». Robotik-Inserate sind jene, deren Titel oder Stichwörter Roboter, Humanoide, Laufroboter, Drohnen, Autonomie, Manipulation, SLAM oder Robot Learning nennen, plus alle Inserate von Arbeitgebern, die Roboter oder Drohnen bauen; Stellen im Reinforcement Learning für Sprachmodelle zählen nicht. Die Arbeitgebertypen sind unsere eigene Gruppierung. Die Monatszahlen zählen Inserate nach dem Datum, an dem wir sie zuerst gesehen haben, und nur Stellen, die online gingen (1’886 von 1’968 Datensätzen seit April 2026). Sie beschreiben die rund 200 Arbeitgeber, die wir bis Oktober 2026 erfasst haben, nicht den ganzen Schweizer Markt.

Häufige Fragen

Welche KI-Labs gibt es in Zürich?

Am 1. November 2026 listete unser Portal Zürcher Stellen bei IBM Research, Google und Google DeepMind, Apple, Meta, Huawei, NVIDIA, Microsoft, OpenAI, Anthropic, Mistral AI, Disney Research und dem Robotics and AI Institute, dazu kleinere Labs wie Mindfire und Tufa Labs. Die ETH Zürich und die Universität Zürich ergänzen akademische Labs, darunter das ETH AI Center und Robotikgruppen wie die Robotics and Perception Group der UZH. Sony AI hat ein Büro in Schlieren, direkt neben der Stadt.

Warum hat Google Zürich gewählt?

Als Google 2004 sein Zürcher Engineering-Büro eröffnete, begründete es den Schritt damit, Zürich ziehe Ingenieure aus ganz Europa an und sei von den meisten Orten des Kontinents aus gut erreichbar, sodass Europäer für Google arbeiten könnten, ohne nach Kalifornien zu ziehen. Angestossen hatte den Schritt Urs Hölzle, damals Googles Vice President of Engineering und ETH-Absolvent. Bis 2008 wurde das Büro zu Googles grösstem Engineering-Standort ausserhalb der USA, und 2024 beschäftigte Google rund 5’000 Personen in der Schweiz.

Ist Zürich oder Lausanne besser für KI-Jobs?

Gemessen an der Zahl der Stellen Zürich: Am 1. November 2026 hatte Zürich 374 aktive KI- und ML-Stellen auf SwissAIJob, Lausanne 37, und 72 der 84 Robotik-Inserate stammten aus Zürich. Die Stärke von Lausanne sind die EPFL und die akademische Forschung, und akademische Stellen, die nur auf Lab-Seiten ausgeschrieben werden, sind in unseren Daten untererfasst. Bei Stellen in der Wirtschaft, also bei Big Tech, KI-Labs und Robotikfirmen, hat Zürich den mit Abstand grösseren Markt.

Wie viele KI-Jobs gibt es in Zürich?

Am 1. November 2026 listete SwissAIJob 374 aktive KI- und Machine-Learning-Stellen in der Stadt Zürich, 71% der 530 in der Schweiz, bei 90 Arbeitgebern. Mit dem Rest des Kantons waren es 385. Die aktuelle Zahl steht auf unserer Zürich-Seite und ändert sich täglich.

Warum ist Zürich stark in der Robotik?

Die ETH und die Universität Zürich betreiben seit mehr als zehn Jahren führende Robotik-Labs, und aus diesen Labs gingen Firmen wie ANYbotics, Verity, Sevensense und Wingtra hervor. Forschungsinstitute und Firmenlabs folgten, darunter das Robotics and AI Institute, das 2025 sein Zürcher Zentrum eröffnete. In unseren Daten sind 86% der Schweizer Inserate für Robotik, Drohnen und Autonomie in Zürich.

Quellen

Forschung

Amtliche Quellen, Berichte und Presse

Fotos

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